Das erste Mal 2006
Den Nachbericht zu einem Festival zu verfassen, das man selbst organisiert hat, fällt erstens nicht leicht und zweitens in den meisten Fällen wenig objektiv aus. Daher folgt hier jetzt ein völlig subjektiver Bericht dessen, was vor, während und nach dem Eier mit Speck Festival passiert ist.
Die Idee
Die Idee, ein Open Air Festival in Viersen zu etablieren, existierte schon lange und war somit nichts wirklich Neues. Der Haken an der Sache bestand vielmehr immer im mangelnden Interesse der Bewohner unserer Heimatstadt an einem Wochenende mit Lärm, vielen unbekannten Menschen und etwas, das sich zu einer Party entwickeln könnte. Vielleicht liegt die Problematik in Viersen darin, dass wir Viersener uns nicht wirklich entscheiden können, ob wir noch in einem großen Dorf oder etwa schon in einer kleinen Stadt leben. Vom Namen her ist's schon mal einfach: Stadt Viersen! Denkt man dann aber weiter und nennt "The City of New York" in einem Atemzug mit der "Stadt Viersen", tun sich verständlicherweise erste Abgründe auf.

Irgendwo gefangen zwischen niederrheinischem Charme, holländischer Subkultur und der kulturellen Nähe zu unserer Landeshauptstadt Düsseldorf, fällt es uns Viersenern nicht leicht, uns kulturell oder auch menschlich einzuordnen. Alles ist irgendwie weder Fisch noch Fleisch. Wie auch immer, mein Lehrmeister hatte mir vor vielen Jahren schon gesagt: Jeht nit, jivvet nit (Geht nicht, gibt es nicht), und so entschieden wir (das sind die Betreiber der Trafo-Station, die Betreiber des Bistro komplett und die Dicke Futt Entertainment) uns im November 2005, die Planungen zu einem Open Air in Viersen in Angriff zu nehmen.
Der Name
Wie sagte schon die legendäre Stripperin Gypsy Rose Lee: "You gotta get a gimmick if you wanna get ahead" und was gibt es Schöneres, wenn man ein Gimmick mit etwas Nützlichem verbinden kann. Auf der Suche nach einem passenden Aufhänger für's Fest fragten wir uns zunächst einmal, was uns bei Open Airs am meisten stört.
Bei uns allen waren es die Toiletten. An diesem Punkt kann man aber leider schwerlich etwas ändern, es sei denn man ist steinreich und benutzt das in Übermaß vorhandene Geld für Toiletten mit goldenen Armaturen, anstatt es in das Line Up zu stecken. Die zusätzliche Problematik war der dadurch entstehende Name: Wie soll man ein Fest mit besonders tollen Toiletten nennen. "Scheiss Open Air"? Oder etwa "Für'n Arsch Festival"? Wir entschieden, dass beides nicht ganz so prickelnd wäre und begaben uns auf die Suche nach anderen Problemen bei Open Airs.
Schnell fanden wir heraus, dass uns das nicht vorhandene oder völlig überteuerte Frühstück auf Festivals mächtig auf den Zeiger ging. Man will sich ja 'ne ordentliche Grundlage für den langen Festivaltag schaffen. In den meisten Fällen sind die Wege aber so weit, dass der Griff zur Bierflasche einfach näher ist. Das Gimmick war also gefunden: Frühstück! Und das für lau. Da auch in diesem Punkt die finanziellen Mittel nicht ausreichten, um Sekt in natürlicher Umgebung zu kredenzen und auch hier der Name "Natursektfestival" zu Missverständnissen hätte führen können, entschieden wir uns letztendlich für Eier mit Speck, dazu Kaffee. Einfach den Kaffee im Titel verschwiegen und schon war der Festivalname geboren.
Der Ort
Da standen wir also nun mit einem Gimmick, einem Festivalnamen, viel Elan und ohne Gelände. Wir machten uns also auf die Suche nach einem schnuckeligen Plätzchen für unser kleines Fest. Mit fast leerem Tank, aber voller Zuversicht durchforsteten wir die Wälder im Stadtgebiet. An dieser Stelle sei für die Ortskundigen erwähnt, dass wir keinerlei Berührungsängste mit den "verfeindeten" Stadtteilen Dülken und Süchteln hatten und uns auch dort auf die Suche machten. Für alle von außerhalb, die diese kleine Bemerkung nicht verstehen: stellt euch das gefühlte Hassverhältnis zwischen Köln und Düsseldorf vor, multipliziert dies mit 10 und teilt es danach durch die Einwohnerzahl, und ihr bekommt eine ungefähre Vorstellung dessen, wie gern sich die Menschen in den verschiedenen Stadtteilen mögen.
Das bringt uns zur Formel, die da lautet: K : D x 10 : 78.234 = 614,3
Man kann also anhand dieser wissenschaftlich belegten Formel nachweisen, dass auf je einen Bürger des jeweiligen Stadtteils 614,3 Bürger der anderen Stadtteile kommen, die er nicht leiden kann oder die ihm - wie man am Niederrhein so schön sagt "am Arsch vorbei gehen".
Aber ich schweife ab, wir suchten also ein Gelände. Nachdem wir alles, was uns nicht mehr so ganz vor Augen war, abgefahren hatten und die Spritvorräte im Tank zur Neige gingen, fanden wir den Platz neben dem Stadion am Hohen Busch. Der hatte neben allen logistischen Vorteilen wie nahegelegenen Zelt- und Parkplätzen auch den, dass er genau mittig zwischen unseren drei Stadtteilen liegt. Nachdem wir unsere Idee bei der Stadt, der das Gelände gehört, vorgestellt hatten und diese zu unserer aller Freude von unserer Idee angetan war, konnten wir uns nun an die eigentliche Planung des Festivals machen.
So, ja, das war's...
Ich weiß, ein relativ abrupter Abbruch der Story, aber hier gehts erstmal nicht weiter. Irgendwann in den nächsten Jahren versuch ich das mal zu aktialisieren und falls nicht: So'n bißchen Geheimniskrämerei muss ja auch sein, sonst wirds nie 'ne Legende....
Alle Infos zum Festival inklusive FAQs, dem Geländeplan, einer Wegbeschreibung und einem heissen RSS-Strom.