You need more Ska
Es hat schon seine Gründe, dass hinter diesen vier unscheinbaren Worten kein Satzzeichen steht. Weder Frage, noch Aussage steht dieser kurze Satz für eine Erscheinung, welche Anfang der 80er eine ganze Generation, zumindest einen Teil davon, beeinflusste und ein neues Lebensgefühl einflößte. Fernab von No-Future-Parolisten wurde eine alte jamaikanische Musik zur Underground Popkultur, welche ihre europäisch westliche Geburtsstätte in der englischen Arbeiterklasse fand - in tristen, von Armut geprägten Vororten und Städten. Es wurden die Missstände aus Rassismus, Armut und Missmut durch eine Musik weggespült, welche so manchem die Sonne aus dem Arsch scheinen lässt.
You need more Ska?
Ende der 80er trafen sich in Kempen/Ndrh. ein paar junge ungestüme Menschen, den Ska in die niederrheinische Subkultur zu bringen und ein Freudenfeuer in den Seelen der Menschen zu entzünden. 'The Nicks' waren geboren. Zwar war der ursprüngliche Ska-Trend schon ein paar Jährchen vorbei, aber von London bis Kempen ist es ja auch ein weiter Weg. Die Jungs spielten sich, in hin und wieder wechselnder Besetzung, den Schorf von den Knien und die Haare auf die Brust, bis dann Anno 1996 jäh das Ende nahte. Schade eigentlich.
You need more Ska!
Anfang 2002 trafen sich dann, durch die unergründlichen Wege des Schicksals geführt, zwei der Gründungsmitglieder eines Abends wieder. Sie riefen 'The Nicks' zurück ins Leben: der Lohn einer durchzechten Nacht, voller Bier, Sentimentalität und alter Tapes. Es fand eine kleine Umbesetzung statt. Einige der alten Mitmusiker waren verzogen, verschollen oder einfach nur lustlos. Doch der Tenor der Zeit war klar: die Welt braucht wieder den Ska.
Ungewaschen, mit Ecken und Kanten versehen, zelebrieren 'The Nicks' seitdem wieder ihren Ska, der die Menschen zum Tanzen bringt und den Alltag für eine kurze Zeit vergessen lässt. 'The Nicks' Live - Wer einmal mit Schweiss durchtränktem Hemd, Shirt, Sakko oder BH auf der Tanzflaeche gestanden hat - prallgefüllt mit natürlichen Glückshormonen - hat es erfahren und wird selig grinsend den Saal verlassen, vier Worte auf den Lippen: 'You need more Ska!'
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